Raumausstattermeisterin und kreativer Kopf: Beate Lennartz,
Foto: co Kalle Hoffmann

Individuelles Handwerk oder Großhandel?

Kreativwerkstatt, Allrounderin, Handwerkerin mit Herzblut – wir stellen vor: Beate Lennartz, Gründerin und Inhaberin des Dekowerks in Simmerath. Die gelernte Raumausstattermeisterin hat sich in den letzten Jahren in Simmerath und Umgebung zur angesagten Deko-Expertin für Hochzeiten und andere Feiern entwickelt. Für uns eine echte Macherin, der keine Aufgabe zu schwer erscheint: vor allem nicht der Umgang mit Bohrmaschine, Stoffen und ausgefallenen Wünschen. 

Seit wann gibt es dich und das Dekowerk?

Selbstständig gemacht habe ich mich 2008. Dabei habe ich ganz klein im Nebengewerbe angefangen. Nachdem dann 2010 meine erste Tochter geboren wurde, war für mich klar, dass ich in meine damalige Festanstellung nicht zurückgehen wollte. Die Freiheit und Flexibilität als Selbstständige waren und sind für mich bis heute der absolut richtige Weg. 

Wie sahen damals deine Anfänge aus?

Ich bin mit Gardinen gestartet. Das war damals eine riesen Investition, da ich alle Stoffmuster für Kunden selber kaufen musste. Außerdem musste ich mich erst mal gegen existierende Fachgeschäfte behaupten. Ich habe von zu Hause vom Küchentisch gearbeitet, klein und fein, hatte keinen großen Verkaufsraum. 

Der Küchentisch hat sich auf jeden Fall gelohnt. Wie hat sich das dann weiter entwickelt? 

Mein Mann und ich haben 2009 geheiratet. Hierzu haben wir unsere eigenen Hussen und Banketttische angefertigt. Mein Mann ist Schreiner und ich habe genäht. Mein Schwiegervater hatte uns von seinem Partyservice runde Tische und Hussen besorgt, die wir bearbeitet haben. Nach der Hochzeit standen die Sachen nur bei uns rum. Nach und nach sprach sich das rum und wir erhielten Anfragen, ob wir die Möbel ausleihen würden. So sind wir in das Hochzeits-/Eventgeschäft eingestiegen: erst die Möbel unserer Hochzeit, dann Blumenvasen und dann immer mehr. Heute statten wir komplette Feiern für bis zu 150 Personen aus.

Und der Küchentisch?

Der wurde schnell tatsächlich viel zu klein. Heute haben wir unser gesamtes Equipment in einem 300m2 Lager in Eicherscheid untergebracht, wo wir neben Werkstatt, Equipment, Gabelstapler, Transportmitteln auch einen Ausstellungsraum und Gardinen für die Raumausstattung haben. 

Was schätzt du an deinem Beruf und deiner Selbstständigkeit am meisten?

Selbstständigkeit ist für mich meine Berufung: sie ermöglicht mir alles unter einen Hut zu bekommen: mein Familienleben und auch meine Leidenschaft für den Beruf. Als Mutter von zwei Kindern brauche ich Flexibilität. Und gleichzeitig möchte ich für jeden Kunden das Bestmögliche aus meiner Sicht herausholen. 

Abgesehen davon liebe ich die Vielfältigkeit: kein Kunde, kein Haus, keine Hochzeit, kein Event ist gleich. Ich muss mich immer wieder neu auf Kunden und Ihre Wünsche einlassen, herausfinden, wie derjenige tickt und was ihm gefallen könnte. 

Wie gehst du dabei vor?

Wenn ich zu den Leuten nach Hause komme, sehe ich sofort, worauf der Haushalt Wert legt und worauf nicht. Daher ist es mir in Projekten immer wichtig, die Menschen persönlich kennenzulernen. Nur so kann ich verstehen, was der Kunde sich vorstellt und wie er tickt. 

Jeder Kunde prägt sich bei mir ein. Auch wenn ich Jahre später die Namen oft schon vergessen habe, weiß ich oft noch, welche Gardinenstoffe inklusive Artikelnummern ich bei den Leuten verwendet habe. 

Wie würdest du dich selber beschreiben? Kreativwerkstatt, Allrounder, Handwerkerin mit Herzblut? 

Ja genau so. 

Was hast du dir für die Zeit nach Corona vorgenommen?

Durch Corona hat man eine andere Sichtweise auf seine Arbeitsweise bekommen: ich möchte meinen Fokus schärfen, was möchte ich in Zukunft anbieten und was nicht, was ist für mich effektiv und was nicht.

Ich habe auf jeden Fall Lust auf Neues. Ich will neue Sachen kennenlernen und zusätzlich Neues wagen. Mal schauen. 

Was gefällt dir hier am Standort Simmerath: einmal aus Sicht der Unternehmerin und einmal aus Bewohnerin? 

An Simmerath schätze ich die Vielfältigkeit der Handwerksbetriebe. Es ist oft ein Geben und Nehmen oder auch Miteinander. Es gibt viele junge Unternehmen, junge Handwerksbetriebe, die weitergeführt werden und nicht verloren gehen. Das ist wirklich gut hier in der Umgebung. 

Aus Sicht der Einwohnerin bietet Simmerath alles, was man zum Leben braucht. Im Umkreis von 20 km bekommt man alles, so dass wir nirgendwo mehr hinfahren müssen. 

Inwiefern würdest du dich selber als Macherin beschreiben?

Ich packe die Dinge gerne an. Planung vorher ist wichtig, aber das Ausführen erfüllt mich – vor allem wenn der Kunde das Ergebnis sieht und glücklich ist. 

Wovon ist Erfolg deiner Meinung nach abhängig? 

Zuverlässigkeit. Und der Anspruch, perfekte Arbeit abzuliefern. 

Die Leute wollen einfach, dass man sich kümmert, an der Sache dranbleibt. Ich möchte es jedem recht machen, was sicher für mich auch nicht immer gut ist. Aber mein oberstes Ziel ist immer, das Bestmögliche aus meiner Sicht für jeden Kunden herauszuholen. 

Wo siehst du dich in 10 Jahren?

Mein Traum wäre ein schönes Ladenlokal direkt in Simmerath. Alles was ich bräuchte sind tolle, zentrale Räumlichkeiten mit Schaufenster, um bei den Kunden Lust auf Neues zu wecken.

Kontakt

Wer sich einen Eindruck von Beate Lennartz und ihrer Kreativität verschaffen möchte, hier geht’s zu ihrer Website: www.dekowerk-lennartz.de

Über Die Simmerather Machergeschichten

Wir stellen vor: die Simmerather Machergeschichten. Machen. Voranbringen. Entwickeln. Dinge anpacken, etwas um jeden Preis erreich wollen, Risiken eingehen und das alles mit Leidenschaft und Herzblut für die eigene Sache. Das ist es, was Macher ausmacht. Dafür müssen wir nicht in die Ferne schauen. Sondern direkt vor unserer Tür gibt es beeindruckende Geschichten von Unternehmerinnen und Unternehmern, die einen wichtigen Teil unserer lokalen Wirtschaft bilden.

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