Dr. Andreas Cousin, Chefarzt Gynäkologie der Eifelklinik

Baby-Boom in Simmerath?

Im Jahr 2020: 339 Geburten in Simmerath. Immer mehr Wöchnerinnen aus dem benachbarten Schleidener, Dürener oder Aachener Raum. Vor dem Hintergrund, dass die Geburtenstation noch vor kurzem vor der Schließung stand und wir jetzt einen Baby-Boom zu verzeichnen haben, sind das tolle Nachrichten!

Unterhalten habe ich mich über die Geburtenstation der Eifelklinik Simmerath mit Dr. Andreas Cousin, der seit dem 01.08.2011 Chefarzt der Gynäkologie in Simmerath ist.

Herr Dr. Cousin, wie hat sich die Geburtensituation in Simmerath trotz oder gerade wegen Corona verändert?

Ja, ich habe den Eindruck, dass es etwas mehr Geburten gibt. Ob das in ganz Deutschland tatsächlich so ist, kann ich nicht sagen. Vielleicht sind die Paare durch den Lockdown mehr zuhause und haben dadurch auch etwas mehr Zeit für Zweisamkeiten. Derzeitig haben wir durchschnittlich jeden Tag eine Geburt! Wäre schön, wenn sich das fortsetzen würde.

Was ist das Besondere hier in der Geburtenstation in Simmerath?

Die Geburtsvorstellung wird heute immer gemacht: Über die Geburt reden! Auch mit den Partnern, also zu zweit! Weil, derzeitig ja auch die Väter bei der Geburt die ganze Zeit dabei sein dürfen. Besonders ist: Der Partner/Vater darf bislang während der gesamten Geburt dabei sein, nicht nur die letzten Minuten. Das ist allen im Haus – auch der Geschäftsführung –  sehr wichtig! Das ist der Vorteil unserer kleineren Klinik, weil eben nicht zehn werdende Väter in einem größeren Haus über den Flur laufen….

Kreissaalführungen sind derzeitig pandemiebedingt leider nicht möglich!

Was zeichnet die Geburtenstation der Eifelklinik aus?

Dass wir Zeit für die Leute haben, uns mit ihnen unterhalten können, zuhören können, Ruhe mitbringen um auch die Belange zu hören, die unsere Patienten haben, vielleicht auch für die Zeit danach….das ist ja ganz wichtig. Wenn es darum geht, wie geht das mit dem Stillen? Krieg ich dann auch wirklich Hilfe? Das macht unsere Station besonders! Im ärztlichen Kollegenkreis gibt es eine Stillberatung. Wir haben eine eine exzellente Stillhilfe, wo die Schwestern und Hebammen sich auch nachts um die Patienten bemühen und rund um die Uhr kompetente Hinweise geben können. Und das machen die Mitarbeiter/innen gerne. Wir haben Freude an der Arbeit und es ist schön zur Arbeit zu gehen und hier zu sein und ich glaube, dass sich diese Stimmung auf der Station und in meiner Abteilung widerspiegelt. Das glaube ich, ist was Besonderes hier!

Nicht nur Frauen aus Simmerath kommen zur Eifelklinik. Auch Frauen von weit her. An eine Frau aus Köln kann ich mich erinnern, die in Köln abgewiesen wurde.

Sie werben mit einer 1:1 Betreuung. Was bedeutet das?

1 : 1 Betreuung ist ganz wichtig: Es ist eine Hebamme da und eine Schwangere! Man kann eine Hebamme mitbringen, muss man aber nicht! Die Hebamme ist nur für eine Gebärende da! Sie muss nicht zwischen Kreissälen hin- und herspringen, weil sie auch noch zehn andere Aufgaben hat, sie bleibt die ganze Geburt dabei! Ablösung gibt es natürlich, wenn Dienstzeiten zu Ende sind. Aber wenn eine Geburt kurz bevorsteht, wird die Hebamme jetzt nicht nach Hause gehen, weil ihre Schicht zu Ende ist! Aber die Hebammen wechseln bei Dienstende schon, das ist auch gar nicht so schlecht! Früher gab es lange Dienstzeiten! Heute haben wir das eher nicht!

Welche Bedeutung hat die Geburtenstation für Simmerath und Umgebung?

Hier gibt es viele Familien, auch viele junge Menschen, die zuziehen, auch was die Neubaugebiete angeht. Nicht nur in Simmerath ziehen viele Menschen hierher, die sich natürlich schon fragen müssen: Wie ist das in der Schwangerschaft? Wo werde ich einmal fachärztlich betreut? Wir haben hier drei Facharztpraxen, die die Frauen betreuen. Aber was, wenn die mal nicht weiterkommen? In der Nacht, am Wochenende oder Feiertags? Oder wenn der niedergelassene Arzt bei seinen Patienten gerne mal eine Kontrolle am Wochenende oder Feiertags anbieten möchte? Wo gehen dann die Leute hin? Dann können wir das hier übernehmen und das machen wir dann auch! Hier sind die Menschen bei Notfällen rund um die Uhr gut aufgehoben.

So haben wir hier in Simmerath und für die Umgebung eine gute Versorgung, wenn jemand stationär behandelt werden muss oder auch entbinden möchte. Wichtig ist dann, dass das ortsnah ist! Wir sind eben nicht in der komfortablen Situation wie in einer Großstadt, wo 5 Krankenhäuser nebeneinander sind und man durchaus auf eins verzichten kann. Das haben wir eben nicht! Hier ist rundum viel Natur, was ich sehr schätze! Aber für die Versorgung der Menschen ist das schon ein Problem, wenn wir hier jetzt nicht wären. Das finde ich ist schon ganz ganz wichtig!

Unterhalten habe ich mit Anna Hermanns, die Ende Februar in der Eifelklinik ihr erstes Kind zur Welt gebracht hat. Gefragt habe ich Frau Hermanns nach ihren Erfahrungen mit der Geburtenstation in Simmerath:

In der Schwangerschaft habe ich mich nach einem guten Krankenhaus für meine Entbindung umgeschaut. Für die Eifelklinik habe ich mich nicht nur entschieden, weil sie ortsnah liegt. In meinem Bekanntenkreis sind Etliche, die in letzter Zeit entbunden haben. Ich habe auch immer wieder mal negative Erzählungen gehört, aber eben nie bezogen auf die Eifelklinik! Deshalb war die Eifelklinik für mich eine ganz bewusste Entscheidung!

Absolut positiv hervorheben möchte ich:

Anders wie in den anderen Kliniken durfte mein Mann die ganze Geburt über dabei sein und nicht nur die letzte halbe Stunde!

Das gemeinsame Gespräch mit Dr. Cousin war super! In diesem Gespräch haben wir in Ruhe über die bevorstehende Geburt gesprochen! Dr. Cousin hat nach meinen Bedürfnissen gefragt, er hat mir aufmerksam zugehört und ist einfühlsam auf meine Unsicherheiten und Wünsche eingegangen! Eigentlich wollte ich nicht stillen, aber er hat von den Vorteilen erzählt, wenn ein Baby gestillt wird. Ohne irgendetwas schlecht machen zu wollen – es gibt kein richtig und kein falsch – konnte ich meine Bedenken äußern! Nach diesem Gespräch fühlte ich mich einfach sicherer!

Unter der Geburt habe ich mich sehr gut aufgehoben und betreut gefühlt. Auch zum stationären Aufenthalt mit meiner Tochter Fia kann ich nur Positives berichten! Das Personal war stets freundlich und ich habe rund um die Uhr super Hilfen bekommen! Sogar Dr. Cousin hat sich persönlich auf Station auch nach der Geburt nach meinem Wohlergehen erkundigt!

Ich bedanke mich an dieser Stelle für die interessanten Gespräche zur Geburtenstation in Simmerath!

Ein wenig neidisch bin ich schon. Ich habe etwas andere Erinnerungen an die Erlebnisse auf der Geburtenstation, als ich vor vielen Jahren im Krankenhaus entbunden habe!

Und hat Dir dieser Beitrag gefallen?

+24

Kommentare

Dein Kommentar