©Erwin Finken

„Ich sah eine Verpflichtung zur Rettung“ St. Brigida – eine Statue auf Reisen

Seit 1913 hat die St. Brigida Statue das Gesicht der Kammerbruchstraße in Simmerath entscheidend mitgeprägt. Eingelassen in den Giebel des Krankenhauses, der heutigen Eifelklinik „St. Brigida“, war die 1,70 Meter hohe und mehrere Zentner schwere Figur seitdem aus dem Straßenbild nicht mehr wegzudenken. Als dann im Jahr 2020 der nicht mehr benötigte Altbau des Krankenhauses abgerissen werden sollte, war klar, dass man die Statue von historischem Wert nicht einfach so ihrem Schicksal überlassen konnte. 

„„Seit Jahrzehnten besteht eine persönliche Verbundenheit zum hiesigen Krankenhaus und seiner geistlichen Leitung, vor allem in Person von Pastor Leo Kerbusch und der Oberin Schwester Gudrun“, erzählt uns Simmeraths Ortskartellvorsitzender Erwin Finken im Gespräch mit unserem Blog. „Ich sah eine Verpflichtung zur Rettung, schließlich ist die Statue ein ehrwürdiges Monument von 1913 und besitzt historischen Wert.“ 

Ortskartellvorsitzender Erwin Finken

Die REttungsaktion

Gemeinsam mit einigen Kollegen aus dem Arbeitskreis „Alt-Simmerath“ des Kameradschaftlichen Vereins Simmerath und der Oberin Schwester Gudrun sowie mit Unterstützung der Firmen Staritz und Dieter Wilden aus Simmerath, retteten sie die Statue am 08. Mai 2020 vor dem Abriss. Da die Statue auf einem Sockel in acht Metern Höhe in der Gebäudefassade stand, gestalteten sich die Arbeiten entsprechend aufwändig. Seit dem 09. Juli 2020 befindet sich die St. Brigida Statue im Keller des Krankenhauses, davor war sie vorrübergehend im Bauhof untergebracht. Nach erfolgter notwendiger Sanierung der Statue wollen die Krankenhausverwaltung und der Krankenhaus-Beirat über ihre weitere Verwendung noch entscheiden. Finanziert wurde die Rettungsaktion übrigens durch die Gemeinde Simmerath. 

Segnung von Brot und Salz

St. Brigida ist seit Gründertagen die Schutzpatronin unseres Krankenhauses und gleichzeitig auch die zweite Schutzpatronin der Pfarre St. Johannes der Täufer in Simmerath. Sie wird auch als Schutzheilige des Viehs verehrt: Pilger kamen seit jeher am Fest der heiligen St. Brigida (1. Februar) nach Simmerath, um dort Schwarzbrot und Salz zum Wohl für Mensch und Tier segnen zu lassen. Auch heute noch wird dieser Brauch in unseren Pfarrgemeinschaften praktiziert.        

St. Brigida – Ein Krankenhaus entsteht

1909 errichtete der ortsansässige Pfarrer Peter Toussaint Quadflieg mit Unterstützung von vier Ordensschwestern der Cellitinnen zu Köln im alten Pfarrhaus von Simmerath ein provisorisches Krankenhaus. Gemeinsam mit den Schwestern kümmerte sich der Arzt um die ambulante Krankenpflege und die Tuberkulose- und Säuglingspflege für die gesamte Region. Außerdem richteten sie dort eine Haushalts- und Kinderbewahrschule und eine Suppenküche für auswärtige Schulkinder ein. 

Als die Räume im Jahr 1913 zu eng wurden, wurde der Grundstein für ein neues Krankenhaus gelegt. In den Giebel des Gebäudes wurde die eingangs erwähnte Statue der Schutzheiligen St. Brigida eingelassen, die fortan das Ortsbild prägte. 1927 ging das Krankenhaus in den Besitz der Cellitinnen über. Diese bauten die Einrichtung zu einer wohnortnahen Klinik aus, in der die Patienten mit ihren individuellen Bedürfnissen bestens versorgt wurden. 1997 übernahmen die Malteser das Krankenhaus und seit 2010 befindet es sich in den Händen der Artemed Kliniken.

Die Eifelklinik ist heute größter Arbeitgeber der Gemeinde

Unter dem aktuellen Träger wird auch heute noch die Kombination aus christlichem Leitbild, herzlicher Atmosphäre, modernem Gesundheitsmanagement und fachlicher Kompetenz ganz im Sinne des Gründers Pfarrer Toussaint Quadflieg und den Cellitinnen, weiter hochgehalten. Wo damals allerdings 1909 noch ein Arzt die gesamte medizinische Versorgung übernahm, sind heute mehr als 500 Mitarbeiter für die Gesundheit der Menschen in der Region und darüber hinaus in der Eifelklinik im Einsatz. Mittlerweile ist die St. Brigida Eifelklinik der größte Arbeitgeber in der Gemeinde Simmerath. 

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Kommentare

Erwin Finken am 14.03.2021
Dank an Frau Jessica Jehnen, die ein historisches Ereignis von Simmerath für unsere Nachfahren archivarisch festgehalten hat. Machen Sie ruhig weiter so für andere Projekte , die Simmerath noch bevorstehen......

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