MAI LITERATURTIPP:
Drei Frauen definieren ihre Freundschaft neu.

Vier Freundinnen, ein Hund, ein Haus am Meer. Alle schon ziemlich in die Jahre gekommen. Es knackt und schmerzt in Knochen und Balken. Alle hadern mit dem Altern auf eigene Weise. Die Erinnerung an jugendlichere Zeiten ist zum Greifen nah, doch unwiederbringlich.

Ein Roman, der uns beim Lesen glücklich macht. Charlotte Wood schreibt über drei Freundinnen mit so viel Witz, Feingefühl und rücksichtsloser Klarheit, dass man meint, man wäre die Vierte im Bunde.

Elke Heidenreich

Das Gefühlschaos ist vorprogrammiert, als sich Adele, Jude und Wendy an einem Wochenende treffen, um das Haus der Vierten im Bunde, Sylvie, leerzuräumen. Sie ging aus dem eingeschworenen Quartett vor fast einem Jahr an die tödliche Krankheit verloren, einfach so, ohne Vorankündigung, ohne Absprache.

Tausend Erinnerungen an die gemeinsame Zeit, an dieses Strandhaus, mit denen sie schwer fertig werden, stürzen auf die drei „übrig gebliebenen“ Frauen ein. Lebenslügen und ein lang gehütetes Geheimnis werden aufgedeckt, Vertrauensbrüche entlarvt. Dies entlädt sich in verhaltenen Vorwürfen und spitzen Demütigungen, aber auch in unfreiwilliger Situationskomik und doch stets präsentem Bewusstsein tiefer Freundschaft. Finn, Wendys dementer Hund, der eigentlich gar nicht eingeladen war, schlurft als Memento Mori durch dieses Kammerspiel und dient als Projektionsfläche und Widerspiegel zugleich.

Charlotte Wood: Ein Wochenende, ISBN 978-3-0369-5825-5,
Verlag Kein & Aber, 2020, 22,00 €

Charlotte Wood stammt aus New South Wales, Australien. Sie ist Journalistin und Autorin von sechs Romanen und zwei Sachbüchern. Ihren nationalen sowie internationalen Durchbruch erreichte sie 2016 mit »Der natürliche Lauf der Dinge«, das u. a. den Stella Prize gewann. Sie lebt in Sydney.

Charlotte Wood hat ein wunderbar warmes, präzise beobachtetes und sprachlich fein ausformuliertes Buch über die Freundschaft und das Älterwerden geschrieben. Es berührt und macht nachdenklich, sprüht vor Witz und Ehrlichkeit, stimmt melancholisch und tröstet.

Wer jetzt Lust auf das Buch bekommen hat, kann es gerne direkt hier vormerken
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